|
Monokausale Erklärungsansätze, die nach einer Ursache suchen, gelten heute als wiederlegt. Die heutige Wissenschaft geht von einem multimodalen, multifakoriellen Bedingungsmodell aus, d.h. mehrere Ursachen müssen zusammen kommen, damit sich eine Alkoholabhängigkeit entwickelt.
Biomedizinische und biogenetische Untersuchungen haben durch Zwillings- und Adoptionsstudien ergeben, dass genetische Faktoren eine Prädisposition bzw.
Anfälligkeit (“Vulnerabilität”) für Alkoholismus mit sich bringen. Ausschließlich vererbt wird die Suchterkrankung allerdings nicht.
Allgemein werden drei Faktorengruppen des Bedingungsgefüges beschrieben:
In neuerer Zeit wird von einem bio - psycho - sozialen Bedingungsmodell ausgegangen: Biologische, psychologische und soziale Faktoren wirken
unterschiedlich zusammen und können in einer bestimmten Kombination zur Alkoholabhängigkeit führen.
Dieses mulitfaktorielle Ursachenbündel impliziert, dass jeder Alkoholkranke seine “eigenen” individuellen Ursachen heraus bekommen muss. Und auch die
Behandlung sollte multifaktoriell ausgerichtet sein und die verschiedenen Bedingungsfaktoren des Alkoholabhängigen berücksichtigen.
Als typische Auslöser für den Alkoholkonsum gelten:
Alkohol erleichtert den Kontakt
Alkohol entspannt
Alkohol wird als “Schlafmittel” oder “Schmerzmittel” eingesetzt
Alkohol macht mutig
Alkohol macht locker und gesellig
Alkohol inspiriert, macht kreativ und aktiv
Alkohol bekämpft negative Gefühle (z.B. Angst, Depression, Langeweile)
Diese Auslöser sind der Grund dafür, warum viele Menschen gerne Alkohol trinken. Die Wirkung des Alkohols ist lange Zeit positiv, bis nach jahre- bzw.
jahrzehntelangem Gebrauch Probleme und Folgeschäden auftreten können.
Über den Gebrauch kommt es dann bei bestimmten Menschen zum Missbrauch und dann schließlich zur Abhängigkeit.
|