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Unschädliche und schädliche Alkohol-Trinkmengen
20 g reiner Alkohol (ca. eine Falsche Bier oder ein Viertel Wein) täglich über längere Zeit konsumiert,
führt bei Frauen schon zu Körperschäden. Bei Männern liegt der Grenzwert bei ca. 40 g täglicher Alkoholkonsum.
Der “Unbedenklichkeitswert” wurde in jüngerer Zeit von der WHO nach unten verändert. Heute gelten 7 g reiner Alkohol als
unbedenklich; 7 g Alkohol entsprechen ca. 1 Glas Bier (0,2 l) oder 1/2 Glas Wein oder 1 1/2 Glas Korn. Dieser Grenzwert gilt für gesunde und erwachsene Menschen. Die WHO empfiehlt, pro
Woche mindestens 1 bis 3 alkoholfreie Tage einzulegen. In Risikosituationen soll gar kein Alkohol konsumiert werden (während der Schwangerschaft, bei
Medikamenteneinnahme, im Straßenverkehr etc.). Alkoholgefährdete und Abhängige sollen gar keinen Alkohol konsumieren.
Es ist nicht möglich, einen Grenzwert anzugeben, der anzeigt, ab wann man alkoholabhängig ist oder wird.
Blutwerte und Blutbild
Bestimmte Laborwerte können einen Hinweis auf eine Alkoholabhängigkeit geben, haben aber wegen ihrer Unspezifität keine Beweiskraft für die
Erkennung oder den Ausschluß einer Alkoholproblematik und Alkoholabhängigkeit.
Die kombinierte Bestimmung verschiedener Blutwerte und die Beobachtung über einen längeren Verlauf ist wesentlich genauer.
Die oftmals auffälligen Parameter bei Alkoholgefährdeten und -abhängigen sind:
- Gamma-GT (Gamma-Glutamyl-Transferase)
Es handelt sich um ein Enzym aus der Leber. Der Gamma-GT-Wert kann auch durch zahlreiche Medikamente oder andere Erkrankungen (z.B.
Lebererkrankung, Gallensteine, Hepatitis, Bauchspeicheldrüsenentzündung) erhöht sein. Der GGT ist der empfindlichste Parameter zur Bestimmung von Leberschäden.
Ca. 30% der Alkoholkranken haben keinen erhöhten Gamma-GT-Wert, ca. 70 % der Abhängigen weisen einen erhöhten Gamma-GT-Wert auf.
D.h. dieser Blutwert ist kein 100%iges Anzeichen einer Abhängigkeit.
Normalwert: Frauen bis 36 U/l, Männer bis 64 U/l.
CDT (Carbohydrate deficient transferrin)
Zeigt genauer als der Gamma-GT eine Alkoholabhängigkeit an, ist aber auch nicht 100%ig. Eine Erhöhung des CDT-Wertes tritt auf, wenn über
eine Woche lang größere Mengen Alkohol (60 g Ethanol) getrunken werden. Nach Alkoholabstinenz noch ca. 2 bis 4 Wochen später nachweisbar. Allerdings kann der CDT-Wert auch genetisch erhöht sein.
Insgesamt zeigt der CDT-Wert am spezifischsten eine Alkoholabhängigkeit an.
Normalwert bei Männern und Frauen: kleiner 2,6 %
GPT (Glutamat-Pyruvat-Transaminase, auch ALAT -Alanin-Aminotransferase- genannt) und GOT (Glutamat-Oxalacetat-Transaminase, auch ASAT genannt -Aspartat-Aminotransferase-) können nur im Zusammenhang bewertet werden.
GPT-Erhöhung auch bei Hepatitis, Gallenblasenentzündung, Gelbsucht, Leberkrebs, Lebervergiftung.
GOT-Erhöhung z.B. auch bei Hepatitis, Leberzirrhose, Leberkrebs, Herzinfarkt, Bauchspeicheldrüsenentzündung.
Normalwert GPT: Frauen bis 17 U/l, Männer bis 22 U/l.
Normalwert GOT: Frauen 15 U/l, Männer 18 U/l.
- MCV (mittlere korpuskuläre Volumen der Erythrozyten)
In 70 bis 90% ist dieser Wert bei starkem langfristigen Alkoholkonsum erhöht. MCV zeigt weniger kurzfristigen Alkoholmissbrauch, sondern eher
langzeitlichen überhöhten Alkoholkonsum (Langzeitmarker) an.
Erhöhung auch bei Verdauungsstörungen, Krebserkrankungen, Vitaminmangel, Nierenerkrankungen.
Normalwert bei Erwachsenen: 80 bis 96 fl.
Körperliche Folgerkrankungen der Alkoholabhängigkeit (Auszug)
Fettleber: Durch Fetteinlagerung werden die Leberzellen vergrößert. Die
Laborbefunde können noch normal sein oder grenzwertig. Beschwerden sind Völlegefühl, Druckgefühl im Oberbauch, Übelkeit. Bei Alkoholabstinenz gut rückbildungsfähig.
Alkohol-Hepatitis (Leberentzündung): Leber ist vergrößert. Schleichender bis
schwerer Verlauf (Gelbsucht). Laborbefunde mittel bis stark erhöht. Anfangs gut rückbildungsfähig, später Zirrhose.
Leberzirrhose (Leberschrumpfung): Bis 20% der Alkoholkranken entwickeln
eine Zirrhose. Beschwerden sind Völlegefühl, Blähungen, Appetitmangel, Müdigkeit, Depressionen. Bei schwerem Verlauf bis Koma möglich.
Pankreatitis: chronische oder akute Bauchspeicheldrüsenentzündung.
Gastritis: Akute oder chronische Entzündungen der Magenschleimhaut. Auch Magengeschwüre.
Polyneuropathie: Schädigung der Nervenbahnen. Beschwerden sind Kribbeln, Taubheitsgefühle, Krämpfe in den Beinen, Gangunsicherheit.
Hautschäden: Teleangiektasien (Besenreisergefäße) und schlechte Wundheilung.
Hirnatrophie: Hirnschäden mit Wesensveränderungen bis zur Demenz sind
möglich und nicht selten. Bei über 90 % aller Alkoholkranken läßt sich durch Röntgenaufnahmen eine Gehirnschädigung zeigen.
Myocardiopathie: Akute bis chronische Herzschäden.
Geschlechtsorgane: Hodenatrophie und funktionelle Potenzstörungen.
Epileptische Anfälle: Während eines Alkohol- Rausches oder im Entzug oder unabhängig davon möglich. Bis 30 % aller Alkoholiker bekommen
alkoholbedingte epileptische Anfälle.
Delirium tremens: Alkoholpsychose mit Tremor (Zittern), Desorientierung und
Halluzinationen, Unruhe. Ungefähr 15 % der Alkoholiker bekommen ein Delir. Unbehandelt bis 30% tödlicher Verlauf. Unter medizinischer Behandlung gut therapierbar (z.B. mit Distraneurin).
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